Ob als intuitives Moment, göttliche Eingebung oder Inspiration klassifiziert - der Zufall als konstitutives Element im Gestaltungsprozess ist omnipräsent. In Kunst und Design wird dies seit längerem bewusst verwendet, so auch in den found space tiles, welche die junge deutsche Designerin Staphanie Davidson für den holländischen Keramikproduzenten cor unum entworfen hat.
Die Entwurfsleistung bezieht sich hierbei jedoch nicht auf die konkrete Form sondern auf den Prozess der Formfindung. Durch zufälliges Sich-Hinein-Drücken oder Anlehnen in eine Gipsform wurden die verschiedenen dreidimensional-skulpturalen Fliesenkörper geschaffen, welche im Rahmen von Davidsons touchy-feely-Projekt eine körperhafte Haptik in den Wohnraum tragen sollen. Die so entstandenen, textil wirkenden Objekte sind sicherlich - auch wenn sie je nach Positionierung als Ablageflächen dienen können - in der Regel nutzlos. Als wasserbeständige, im Kontext eines gefliesten Badezimmers passend wirkende Kunstwerke dienen die found space tiles immerhin dem optischem Genuss und vermögen Staunen, Schmunzeln und verwirrte Blicke hervorzurufen.
cor unum touchy-feely