Hugo Häring und Hans Scharoun, die wahrscheinlich wichtigsten Vertreter der organischen Moderne, sprachen sich einst vehement für die Kurve aus, denn nur sie entspräche dem Leben, der perfekt angepassten Funktionserfüllung. Die gerade Linie sei hingegen lediglich ein Konstrukt, ein eisernes Korsett der irregeführten Pseudo-Rationalisten. Soviel die Geschichte, und es sei hier lediglich angemerkt, dass beispielsweise kristalline Strukturen durchaus natürlich und in sich perfekt sind und trotzdem auf linearen Rastern aufbauen.
Dass sich die gerade Linie und die organische Wirkung nicht ausschliessen, zeigt nun die italienische rubinetterie teorema mit der serie tree. Inspiriert wurde das Design - es ist unschwer zu erraten - von einem Baum im Wind, leicht schief gelehnt und die Äste in jede Richtung gespreizt. Ebenso strecken die Armaturen von teorema ihre Glieder assymmetrisch von sich und der konstruktive Aufwand dahinter dürfte immens gewesen sein. Doch auch wenn hier die Technik in ein formalistisches Kleid gepresst wurde und von organisch-natürlicher, selbstverständlicher Funktionalität keine Rede sein kann - schön ist der tree, einzigartig, und dank der vaporisierenden Düsen spart er erst noch 40 % Wasser.
rubinetterie teorema tree