Auf den ersten Blick wirkt der Waschtisch CONSOLLE befremdend und schnell wird klar, was an diesem Stück aus dem traditionsbewussten Hause Devon & Devon so andersartig ist: Hier kragt weder ein an der Wand befestigter Tisch aus, noch steht dieser frei davor - dieser Waschtisch tut beides. In diesem Fall sind die Standfüsse jedoch weniger als - heute unnötige - statische Entlastung des auskragenden Beckens zu verstehen sondern vielmehr als Zitat an eine vergangene Formenwelt. Durch diese Aufgreifen erhält der moderne, sich nostalgisch nach der überschwänglichen Welt des Barock sehnende Mensch, was er verlangt. Durch die formale Beruhigung und den Verzicht auf die hinteren beiden Tischbeine bleibt dieser Akt jedoch stets offensichtlich.
Wenn man möchte, könnte man den CONSOLLE also als ein Stück Kulturkritik betrachten, welches die (Un)wiederbringlichkeit der Zeit verkörpert. Nur die Form kann wiederkehren, doch der geschichtliche Kontext bleibt ein anderer und das Stück, welches dies versucht in dieser Hinsicht unzulänglich - eine Unvollständigkeit, die hier quasi in Form eines entstellten, bloss zweibeinigen Tisches versinnbildlicht wird.
Oder aber es handelt sich hier einfach um einen wunderschön-spannenden Waschtisch. Alles eine Frage der Perspektive...
Devon & Devon CONSOLLE