Was gegenwärtig in Architektur und Design passiert könnte man als Moderne 2.0 oder Moderne 0.5 bezeichnen, je nachdem. Fakt ist, in der frühen Moderne ging es um die absolute Klarheit und Schmucklosigkeit. Von dieser strengen Haltung sind die Kreativen der heutigen Zeit schon weit weg und betrachten diese alte Moderne als zu pädagogisch, zu kühl und zu unmenschlich. Teil der neuen Verspieltheit ist auch die Wiederaufnahme der Dekoration. Und liegt dies nicht nah, in Anbetracht der Tatsache, das nahezu keine Entscheidung im Entwurfsprozess frei von formalen, intuitiven Entscheiden ist?
Worauf ich eigentlich hinaus will ist das Branding. Das derzeitige Design entwickelt sich weg von der unpersönlichen, austauschbaren Kiste, hin zu klar (wieder-)erkennbaren Produkten. Dazu zählen neben Materialien und einer gewissen Formensprache auch Symbole und Schriftzüge. Vermehrt werden Gebäude über die ganze Fassade hinweg beschriftet, denn nichts könnte diese eindeutiger kennzeichnen. Und ebenso kann auch ein industrielles Produkt nicht nur beschriftet werden, sondern von der Schrift beherrscht, selbst zur Schrift werden.
So geschehen: Bei der Waschtischablage LOVE von ex.t. Die Aussage: Liebe dein Badezimmer? Liebe dich? Liebe den frühen Morgen? Egal, das Möbel sieht einzigartig, wenn auch ein wenig komisch aus und der Schriftzug ist trotz geometrischer Abstraktion extrem gut lesbar.
Wir sind gespannt auf den nächsten Slogan...
ex.t love