Monotonie - ein abschreckendes Schlagwort für den modern-individualisierten Menschen, welches nicht zuletzt zentral für zahllose gesellschaftskritische Zukunftsromane und -filme war. Die hierin zum Ausdruck gebrachte Angst vor einer entmenschlichten, überindustrialisierten Gesellschaft ist als historischer Ankerpunkt für die Entwicklung der postmodernen Design- und Architekturgeschichte bis zum heutigen Tag zu begreifen. Die Faszination für das Maschinelle und Repetitive in der Formgebung gehört schon längst der Vergangenheit an und organische, beliebig wirkende Verkleidungen gehören zum Alltagsbild und spiegeln die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und Natur wider.
Und hier steckt der zeitgenössische Designer meist in der Klemme. Denn nach wie vor verlangt der Konkurrenz- und Kostendruck fast immer eine effiziente, industrielle Herstellung und somit kann das angestrebte Bild einer stets unterschiedlichen Struktur meist nur geschickt suggeriert werden.
Gut gelungen ist dies dem für BRIX srl tätigen Designer Vincent Van Duysen mit der Fliese DRY. Der Name steht einerseits für das von den Aufplatzungen von Farbe oder Erde inspirierte Liniennetz, welches sich ergibt und andererseits für den Slogan "Don't Repeat Yourself". Ziel der in schwarz und weiss erhältlichen Kollektion war es nämlich, ein möglichst abwechslungsreiches Bild mithilfe weniger Teilformen herzustellen, welche jeweils in Gruppen von zwei bis vier Teilen ein regelmässiges Sechseck bilden. Durch Verdrehungen und Aneinanderreihung steht somit eine mathematisch schier unbegrenzte Möglichkeit zur Verfügung, ein Bild an der Wand zu generieren.
BRIX srl