Terracotta ist einer der ersten komplexen Baustoffe in der menschlichen Zivilisationsgeschichte. Mit Wasser vermischter, eisenhaltiger (roter) oder auch kalkhaltiger (gelblicher) Ton wird im Feuer gebrannt und verbleibt haltbar, wasserfest und frostbeständig. Einfach verfügbar und zu bearbeiten fand die "gebrannte Erde" daher schnell Anwendung in der Antike und erlebte weitere Blütezeiten in der Renaissance und im 19. Jahrhundert (u.a. durch den preussischen Architekten Karl Friedrich Schinkel, dessen Backstein-Opus-Magnum, die Berliner Bauakademie, verziert mit Terracotta-Reliefs zur Zeit wieder aufgebaut wird).
Soviel zur Geschichte des Terracotta, hier nun die Fliese des Tages, die Rosa dei Venti, welche vom italienischen Hersteller Cotto d'Este produziert wird und sich an die Tradition schöner Majolika-Fussböden mediterraner Villen anlehnt. Nun muss man wissen, dass der Unterschied zwischen Majolika und Terracotta die bei der Majolika aufgebrachte, deckend weisse Zinnglasur ist. Dass die Rosa dei Venti nun unter Terracottafliesen eingeordnet wurde, ist zwar ein peinlicher Fauxpas für den Produzenten, der sich immerhin als Fortführer der grossen Terracotta-Tradition sieht. Doch sei's drum, die Glasur gibt der sonst schon wunderschönen Fliese einen seidig-weissen Glanz, macht sie beständiger und vereinfacht die Reinigung.
Cotto d'Este - Rosa dei Venti