Fliesen, Badewannen, Waschbecken, WC-Schüsseln und -Bürsten, Spiegelschränke, Heizungen, Handtuchhalter und vielerlei Dinge mehr stellen den Hauptfokus dieses Blogs dar. Doch was ist das Badezimmer? Ort reiner Körperhygiene oder ausgeklügelter Strategien der Selbstverschönerung?Verliert das Bad als zunehmend in den Wohnraum fliessendes Konstrukt seine Qualität und Einzigartigkeit als Ort zulässiger Abgeschlossenheit? Und bildet nicht zuletzt das Badezimmer den einzigen Raum vorhersagbaren Voyeurismus - anders gefragt: Wer hat noch keinen neugierigen Blick in den Spiegelschrank des Gastgebers geworfen?
Diesen und anderen Fragen ging im vergangenen Jahr eine architektonische Forschungsgruppe um Professor Marc Angélil der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich nach und das Resultat, das Buch "Bathroom Unplugged" bietet eine Vielzahl von Beispielen, wie das Badezimmer neu zu denken sein könnte. Vom Bad ohne Zimmer über die Bar mit verspiegeltem Fensterglas zur Fassade, durch welche sich die Gäste vor den Augen der Passanten waschen und schminken, bis stofflichen Experimenten und Vereinigungen mehrerer Funktionen des Badezimmers in einem neuartigen Objekt: Das Buch gibt zu denken. Teils an den Haaren herbeigezogene Theorien mischen sich hier mit lustig-kreativen Ideen und schrägen Experimenten im öffentlichen Raum und der aufmerksame Leser wird fortan das Badezimmer mit einem erweiterten und schärferen Blick sehen.
Entsprechend kreativ und konsequent darauf im Eigenheim zu reagieren oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen...