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26. Juli 2010

Männlich die Zweite

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Eingetragen von: Erneste Appell

Letzte Woche haben wir den Ferrari der Wasserhähne vorgestellt, ein schreiender Muskelprotz mit aggressiver Formensprache. Dass Männlichkeit auch anders aussehen kann, zeigt hingegen die Kollektion George von Falper. Als Gegenstück zu Coco (siehe hier) sind hier neben dunkleren Farben auch kräftigere Dimensionen verwendet worden (etwa bei der Schublade). Die Zutaten für den erhabenen Stil bleiben hingegen erhalten: Elegant im schwarz-weiss-Kontrast, eine Mischung aus Glanz und Mattheit, hochwertige Materialien und eine Gitterstruktur (bei George nicht orthogonal verlaufend sondern eher an Fibonacci-Muster von Sonnenblumen erinnernd).

Ganz günstig sind die Stücke nicht und schliesslich sehen sie auch nicht danach aus. Auch braucht man schon fast eine schlossartige Umgebung, damit sie wirklich zur Geltung kommen. Für die neue Villa mit offenem Grundriss und in den Wohnraum fliessendem Badezimmer bestens geeignet, den Nostalgie-Chic ohne Antiquitäten zu produzieren, ist George für das gewöhnliche Badezimmer eher nichts...

Falper George

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16. Juli 2010

Rosaskurril

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ich würde nicht so weit gehen, die amarcord-Kollektion von EUROLEGNO schön zu nennen. Aber erstens ist das Geschmacksache und zweitens sind schön und hässlich auch reichlich undifferenzierte Kriterien, um ernsthaft über Design zu sprechen. Klar ist, vor allem in Rosa fällt der Schminktisch auf. Die spitzen jedoch stämmigen Beine, welche fast tierisch anmuten, sind nur vorne angebracht und so ergibt sich bei den wandverschraubten Stücken ein fast verstörendes Spiel mit dem Gleichgewicht. Doch damit nicht genug, wurden doch noch drei grosse, rosenförmige Knäufe montiert, welche der dreiteilig gegliederten Komposition endgültig das Aussehen eines Comic-Gesichts mit Augen und Nase geben.

Wie gesagt, schön ist vielleicht was anderes aber als Ausgangspunkt für eine hitzige Diskussion oder als Eyecatcher für exzentrische Badezimmer mit Hang zum Kitsch, sind die Amarcord-Objekte allemal gut. In diesem Sinne ist auch von gemässigteren Farbtönen abzuraten (siehe unten).

EUROLEGNO > menu > collections > armacord

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25. Juni 2010

Eine Sauna ist...

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Eingetragen von: Erneste Appell

... eine Holzkiste. Zumindest ist dies das Klischee, das die meisten Hersteller glauben bedienen zu müssen - nicht so Effegibi. Der Hersteller hat sich für die Kollektion Auki wohl eher beim amerikanischen Gottvater der Architektur, Frank Lloyd Wright, und seiner "destruction of the box" bedient. Dabei ging es massgeblich darum, die Dächer über die Wände hinauslaufen zu lassen und die Ecken strukturell frei zu spielen und so verglasen zu können.

Auf das überstehende Dach wurde hier wohl in Anbetracht der Dimension einer Sauna verzichtet aber die für gewöhnlich stark geschlossene Holzkiste wurde deutlich transparenter, wirkt fast fragil; und die gewöhnlich rigid-monotone Holzlattung wurde durch subtile Ungleichmässigkeit modifiziert. Der dadurch "verlorene" strukturelle Ausdruck der Sauna verstärkt nur weiter die "destruction of the box".

Last but not least (siehte unten): im Innenraum wurde eine ungewöhnlich organische Formensprache verwendet und Auki gibts auch als kleine, allerdings auch weniger offene, Variante.

Effegibi Auki

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23. Juni 2010

Luxus ohne Arbeit

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Eingetragen von: Erneste Appell

Vor gut einem Jahr hat Geberit die AquaClean-Linie ins Leben gerufen, welche der im asiatischen Raum allgegenwärtigen und in europäischen Landen Seltenheitswert besitzenden Duschtoilette (aka Washlet) zum Durchbruch verhelfen sollte. Kulturelle Berührungsängste gegenüber diesen mit Wasser reinigenden Toiletten sind wohl nach wie vor vorhanden, alle anderen Probleme sind aber mittlerweile gelöst.

Von Anfang an gab es die Komplettanlagen (siehe hier) und den Aufsatz zur Nachrüstung (siehe hier). Bei beiden Varianten war jedoch meist ein Eingriff in die Bausubstanz von Nöten, um die oft benötigte Wasserzuleitung zu verlegen - vorausgesetzt, man wollte kein hässliches Rohr mitten im Badezimmer. Um diese Kosten zu umgehen und trotzdem zu einem befriedigenden ästhetischen Ergebnis zu gelangen, hat Geberit nun die AquaClean Designplatte präsentiert.

Bei Komplettanlagen zweiteilig (siehe oben), bei Aufsätzen einteilig (siehe unten), ist das Prinzip stets, die Leitungen in der aufgesetzten jedoch schmalen Platte unsichtbar dorthin zu führen, wo es ihrer bedarf. Mit integrierter Betätigungsplatte für die Zweimengenspülung wird somit eine in sich kompakte, elegante Zone für die Duschtoilette geschaffen, welche unnötige Bauarbeiten (und -kosten) vermeidet.

Geberit AquaClean Designplatte

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20. Juni 2010

Stilvoll abhängen

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Eingetragen von: Erneste Appell

Eine Vielzahl - man möchte fast sagen Unzahl - von wandhängigen und neben das Waschbecken montierbaren Handtuchhaltern ist auf dem Markt. Die neumodische Verbindung mit Heizungskörpern macht diese kaum spannender und auch der Ständer der Kollektion HIRO mag dies nicht ungeschehen machen. Aber das vom Spanier Ricard Ferrer für COSMIC entworfene Objekt ist immerhin ein Lichtblick im sonst sehr gleichgeschalteten Marktsegment und überträgt die Idee des Kleiderständers auf den Handtuchhalter. Et voilà: Ein Handtuchständer ward geboren. Mit 172,5cm ist das filigran wirkende Stück nicht gerade klein und sollte auch dementsprechend Umraum erhalten. Wer jedoch über das Badezimmer verfügt, welches die erforderliche Wohnraumgrösse, -qualität und -ordnung hat, kann hier sein Glück in Kohle, Wenge, Eiche oder Iroko (siehe unten) erwerben. Alle anderen können den HIRO ja immernoch als gewöhnlichen Kleiderständer verwenden.

COSMIC > Product > Occasional furniture > HIRO

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8. Juni 2010

Rosa Wolke

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Eingetragen von: Erneste Appell

Sicherlich, die Kollektion LINK 20 von ARBI trifft nicht jedermanns Geschmack. Und das muss sie auch nicht. Um sich im eigenen Badezimmer eine charakteristische Welt aufzubauen - mit einer ordentlichen Portion Kitsch - ist sie jedoch bestens geeignet. Noch prägnanter in ihrer Art wäre die Serie in blassem Rosa wohl nur geworden, wenn statt der zur Zeit überpräsenten floralen Musterung eine komplexe, kleinteilige Struktur aus Pferdchen und Märchenfeen zum Zuge gekommen wäre. Sei's drum, man kann schliesslich nicht alles haben. Und vom Konzept her würde es sich für kleine Barockfetischisten anbieten, welche ihr Wohnzimmer "blauer Salon", das Arbeitszimmer "schwarze Arbeitsgruft" und ihr Bad im Kontrast dazu "rosa Wolke" nennen.

ARBI > PRODUCTS > LINK COLLECTION > LINK 20

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27. Mai 2010

Die Summe der Teile

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Eingetragen von: Erneste Appell

Vielleicht haben die Holisten recht und das Ganze ist nicht mehr als die Summe seiner Teile doch Philosophie beseiten scheint die Menschheit bislang gerade in Punkten des Umgangs mit der eigenen Welt noch nicht einmal daran zu glauben und zu hunderten fahren die Angestellten des mittleren Kaders in ihren SUVs zur Arbeit, auf dem Rücksitz gerade einmal den Blazer. Nach dem Motto: "Die Welt geht doch sowieso vor die Hunde, was soll ICH also verzichten?"

Leider sind die Zukunftsängste betreffend unserem Ökosystem weniger akut als beispielsweise beim fast kollabierten Euro, der dazu noch an des Menschen empfindlichster Schraube drehte: Geld. Hier wurde gemeinschaftlich und entschlossen gehandelt und auch wenn der langfristige Erfolg zweifelhaft scheint, die Attitüde stimmte. Im Bezug auf unsere Umwelt scheint der Übergang vom Umdenken zum Umhandeln an der Schwelle. Immer mehr Leute kaufen freiwillig kleinere Autos, investieren in Passivhäuser und essen Bio-Gemüse. Weiter so!

Für den verantwortungsvollen Zeitgeist bietet Villeroy & Boch nun das passende WC: Das Omnia GreenGain verbraucht statt den durchschnittlichen 6 Liter Trinkwasser pro Spülung deren lediglich 3,5. Diese durch optimierte Form der Schüssel und eine neuartige Vorwandtechnologie eingesparte Wassermenge  summiert sich beim durchschnittlichen deutschen 4-Personen-Haushalt bereits auf knapp 60'000 Liter. Und jetzt rechnen wir doch einmal zusammen, wieviel Wasser im ganzen Land gespart werden könnte...

Villeroy & Boch Omnia GreenGain

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7. Mai 2010

Hugo Boss im Bad

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Eingetragen von: Erneste Appell

Farben sind nicht patentierbar, es gibt höchstens normierte Farbsysteme wie die berühmten und auf dem Bau allgegenwärtigen RAL-Farben. Ob sich nun der Heizkörperproduzent Zehnder beim metropolitan bewusst des intensiven Oranges bedient hat, welches für Details und Nähte der Hugo Boss Mode seit Jahren charakteristisch ist, sei dahingestellt. Der speziell fürs Badezimmer gefertigte Heizkörper besticht auf jeden Fall auch abgesehen von der Farbgebung - die übrigens veränderbar ist - durch ein klares Design, die durch die Verwendung von Flachrohren erreichte, geringe Raumtiefe und den integrierten Handtuchhalter. Wahlweise kann dies nämlich zum Trocknen in grosse Aussparungen gehängt werden (links) oder man entscheidet sich für das durchgehende Raster der Rohre mit frei positionierbarem Handtuchhaken (rechts).

Zehnder metropolitan

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4. Mai 2010

Objekt der Woche: Waschbecken aus Lavagestein

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Eingetragen von: Erneste Appell

2001 von zwei Däninnen mit ghanaischen resp. koreanischen Wurzeln und einem Sizilianer gegründet, hat sich das Unternehmen made a mano ("handgemacht") ganz der Keramik aus sizilianischem Lavagestein und Terrakotta verschrieben. Von Fliesen über Möbel bis hin zum hier abgebildeten Waschbecken Aqua scheut das multikulturelle Dreigestirn keine Aufgabe und lässt sich offen von skandinavischen und arabischen Farben und Texturen und von asiatischen und afrikanischen Mustern inspirieren. Verspielt, spannend, stets von Hand hergestellt, glasiert und dekoriert, findet man im Portfolio dieses ambitionierten Jungproduzenten vielerlei Ungewöhnliches und Einzigartiges.

Made A Mano Aqua

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2. Mai 2010

How about some bamboo?

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Eingetragen von: Erneste Appell

Kengo Kuma, japanische Architekturlegende und Visionär, verwendete bei der Neugestaltung des Ginzan Onsen Fujiya Hotels (Onsen sind berühmte japanische Heisswasser-Quellen - siehe hier) in den Bädern weder Keramik noch Stahl oder Corian. Stattdessen kamen geschlitzte Bambus-Paneele und Hiba-Holz zum Einsatz. Das Ergebnis dieser Bäder ist einzigartig, typisch japanisch reduziert und doch durch die Materialität unglaublich warm. Kein Standardprodukt aber für den ambitionierten Heimgestalter sicherlich ein spannender Input. 

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