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2. Juni 2010

Die japanische Ecke

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Eingetragen von: Erneste Appell

Im Anschluss an die Industrialisierung und die damit einher gehende maschinelle Fertigung von Bauteilen und Produktkompontenten setzte sich die scharfe Kante durch und galt als Symbol für Klarheit. In der heutigen Gesellschaft hat sich dies aufgrund des Konkurrenzdrucks zwischen den Produzenten und des Individualitätswunsches der Konsumenten geändert und vom Alltagsprodukt bis hin zum städtischen Kulturzentrum sind wir zunehmend mit organisch geschwungenen Formen, gemorphten Figuren und einzigartig spitzen Winkeln konfrontiert.

Wir haben also die Qual der Wahl und das auch im Badezimmer. Wer nun auf klare Linien nicht verzichten will und doch die scharf geschnittene Kante als zu aggressiv empfindet, der kann sich ein Haus der japanischen Stararchitekten SANAA bauen lassen, welche der abgerundeten Ecke zu neuer Präsenz verhalfen. Oder - etwas günstiger - man entscheidet sich für Sanitärobjekte der Kollektion pearl von 4B. Hier steht alles im Zeichen der abgerundeten Ecke, vom Schrank über das Waschbecken oder den Spiegel bis hin zum eleganten Abfluss.

4B pearl

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29. Mai 2010

Less is more

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Eingetragen von: Erneste Appell

Der letzte Direktor des Bauhauses und anschliessend einflussreicher Architekt und Professor in Chicago, Mies van der Rohe, wurde nicht zuletzt auch mit dem Ausspruch "Less is more" berühmt. Dieses der strukturellen Klarheit, der perfekten dafür schmucklosen Verarbeitung von Material und dem Anspruch bescheidener Grösse geschuldeten Credo bezog sich nicht unbedingt auf eine materielle Leichtigkeit sondern auf konzeptuelle Einfachheit durch Verzicht auf Überflüssiges.

Ob dieser hohe Anspruch bei moments von Rapsel gestellt oder gar eingelöst wurde, lasse ich hier offen, die Leichtigkeit zumindest wurde erreicht. Feine Konturen, dünne Materialstärken und einfache Formen ergeben ein fragiles Ganzes, welches nur in einem äusserst aufgeräumten und puristischen Badezimmer zu überzeugen vermag.

Rapsel > products > complements > moments

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7. Mai 2010

Hugo Boss im Bad

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Eingetragen von: Erneste Appell

Farben sind nicht patentierbar, es gibt höchstens normierte Farbsysteme wie die berühmten und auf dem Bau allgegenwärtigen RAL-Farben. Ob sich nun der Heizkörperproduzent Zehnder beim metropolitan bewusst des intensiven Oranges bedient hat, welches für Details und Nähte der Hugo Boss Mode seit Jahren charakteristisch ist, sei dahingestellt. Der speziell fürs Badezimmer gefertigte Heizkörper besticht auf jeden Fall auch abgesehen von der Farbgebung - die übrigens veränderbar ist - durch ein klares Design, die durch die Verwendung von Flachrohren erreichte, geringe Raumtiefe und den integrierten Handtuchhalter. Wahlweise kann dies nämlich zum Trocknen in grosse Aussparungen gehängt werden (links) oder man entscheidet sich für das durchgehende Raster der Rohre mit frei positionierbarem Handtuchhaken (rechts).

Zehnder metropolitan

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4. Mai 2010

Objekt der Woche: Waschbecken aus Lavagestein

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Eingetragen von: Erneste Appell

2001 von zwei Däninnen mit ghanaischen resp. koreanischen Wurzeln und einem Sizilianer gegründet, hat sich das Unternehmen made a mano ("handgemacht") ganz der Keramik aus sizilianischem Lavagestein und Terrakotta verschrieben. Von Fliesen über Möbel bis hin zum hier abgebildeten Waschbecken Aqua scheut das multikulturelle Dreigestirn keine Aufgabe und lässt sich offen von skandinavischen und arabischen Farben und Texturen und von asiatischen und afrikanischen Mustern inspirieren. Verspielt, spannend, stets von Hand hergestellt, glasiert und dekoriert, findet man im Portfolio dieses ambitionierten Jungproduzenten vielerlei Ungewöhnliches und Einzigartiges.

Made A Mano Aqua

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24. April 2010

Planeta 2010

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Eingetragen von: Erneste Appell

... so heisst die neuste Kollektion von Altmeister und Baddesign-Guru Antonio Lupi. Abgesehen vom extrem flachen und grossen Waschbecken, was mehr an einen Brunnen erinnert (siehe oben), ist hier zwar nicht viel Einzigartiges im Sinne eines Hinguckers zu entdecken. Aber gekonnt sind die Stücke allemal, in feinsten Materialien ausgeführt, in zahllosen Finishes erhältlich und mit ansehnlichen Details versehen (etwa der Abfluss, siehe unten). Definitiv einen Blick wert!

Antonio Lupi > COLLECTIONS > planeta 2010

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18. April 2010

Ein Hauch von Mallorca

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Eingetragen von: Erneste Appell

Finca ist der spanische Ausdruck für ein traditionelles Landgut, wobei es sich meistens um einen älteren Gutshof mit Umschwung handelt, der auf dem spanischen Festland, den Balearen oder Kanaren situiert ist. Und ebenso wie der Traum nach einem kleinen Stück Eigenreich mit Geschichte heutzutage oft neugebaut wird und der Tourismus aus der Finca einen durchaus zeitgenössisch adaptierbaren Baustil macht, so spielt die Kollektion finca der deutschen Burgbad mit dem Mythos des Landhausstils an und bedient das Marktsegment rustikaler Nostalgiker. Sicherlich nicht jedermanns Sache in seiner Art jedoch durchaus gelungen und mit unerwarteten Details versehen - etwa die unten abgebildeten, würfelförmigen Steinklötze, auf denen die Möbel jeweils stehen.

Burgbad > Produkte > finca

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10. April 2010

Objekt der Woche: Regalschrank

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ein Schrank könnte allgemein etwa als "ein allseitig umschlossenes, mittel Türen zu öffnendes Möbelstück zur Aufbewahrung" definiert werden. Bei einem Regal ist die Sache schon etwas komplizierter, gibt es doch mit einem Rahmen umgrenzte Varianten und solche, bei denen eigentlich einzeln an der Wand montierte Regalböden das gesamte Regal bilden und deren Gesamtform teils sehr diffus ist. Sicher ist jedoch, dass ein Regal offen ist, ohne Türen.

Bei der unglaublichen Anzahl von Regalen und Schränken, die im Verlauf der Geschichte entworfen und gebaut wurden, ist es erstaunlich, dass M. Ferrari noch im Jahre 1997 mit dem Berralibera BL458 ein neuartiges Möbelstück vorlegen konnte, welches sich der gewöhnlichen Zuordnung der Begriffe Schrank und Regal entzieht. Acht frei hängende Regalböden werden hier von einem mittig liegenden Profil gehalten und an der Vorderseite von zwei Türen aus Milchglas bedeckt.

Ist dies nun ein Schrank ohne Seitenwände? Oder ein Regal mit Türen? Beides oder weder noch? Entscheiden Sie selbst, ein kreativer Entwurf ist es in jedem Fall.

Agape Berralibera BL458

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26. März 2010

Brown Box

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Eingetragen von: Erneste Appell

Mit dem Anspruch, zeitlose Stücke in möglichst einfachen Grundformen zu schaffen, kreeierte der spanische Designer Jonathan Daifuku die Kollektion NARA für POM D'OR. Wandhängige, kubische Holzmöbel sind dabei entstanden, bei welchen die Fügung der Teile elegant durch eine Gehrung umgangen wurde (siehe unten). Nach Aussagen des Designers ist es hier "wie so oft so, dass sich hinter der visuellen Einfachheit die relative Komplexität einer technischen Lösung versteckt". Was er damit meint: Um die klare Wirkung dieser geschlossenen Holzbox zu verstärken verzichtete er auf jede Einbuchtung resp. Griffe zum Öffnen und verwendete eine Technik, durch welche sich die Objekte per Druck auf die Front von selbst öffnen.

POM D'OR NARA

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20. Februar 2010

Objekt(e) der Woche: TOTS

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Eingetragen von: Erneste Appell

Gewaltige Kathedralen, Paläste und Villen in Ehren aber spätestens seit der sozialen Agenda der Moderne ist klar, dass der zeitenössische Gestalter - sei es nun ein Architekt oder ein Designer - für sämtliche Mitglieder der Gesellschaft sinnvoll Raum und Alltag zu formen hat. Dessen bewusst hat sich das AIA studio Salazar ǀ Navarro Architects im Auftrag von ALTRO daran gemacht, ein modulares System zu entwickeln, welches im Badezimmer alle Bedürfnisse abdeckt, die verschieden Menschen haben können. In den Einheitsbreiten von 40 und 80 Zentimetern kann so ein ausklappbarer Wickeltisch nachgerüstet werden, welcher später durch ein zweites Waschbecken, einen integrierten Müll oder eine behindertengerechte Toilette ersetzt wird. 

Sicherlich stehen beim Projekt TOTS die körperlich eingeschränkten Menschen - Behinderte, Altersschwache, Schwangere und Kleinkinder - im Vordergrund. Doch mit der These, dass in heutigen Zeiten der unvorhersehbaren Haushaltsentwicklung das Badezimmer als anpassbarer Raum funktionieren könnte, was auch für junge und gesunde Menschen von Vorteil sein würde, liegt das Projekt goldrichtig in seiner Verantwortlichkeit gegenüber dem Menschen. Im Gegensatz zu klassischen Produkten für Behinderte liegt hier also ein Produkt für alle vor und auch wenn die Gestaltung etwas gar technoid wirkt und leicht an eine - zwar schöne und grosse - Flugzeugtoilette erinnert, so überzeugt es doch durch seine konzeptuelle und formale Einfachheit verbunden mit vielen technischen Details.

ALTRO TOTS

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28. Januar 2010

Flugregal

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Eingetragen von: Erneste Appell

Flugzeug und -hund gibt es im Sprachgebrauch. Nun kommt das Flugregal dazu. Die Idee des MOD-Regals von Galassia ist denkbar einfach. Man nimmt ein massiv wirkendes, sehr hohes Regal - ein klassisches Standregal mit schwerer Wirkung - und montiert dieses an die Wand. Der Abstand dabei bleibt gering, sodass eine spannungsvolle Schwebewirkung entsteht. Keine neue Erfindung aber eine gelungene Kombination von Bekanntem. Und letzten Endes funktioniert Design genau so.

Galassia > catalogue > DESIGN Collection > MOD

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