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11. November 2009

Objekt der Woche: Marcel Duchamps Fountain

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Eingetragen von: Erneste Appell

Eigentlich ist das hier abgebildete Urinal eher ein Objekt des Jahrhunderts denn der Woche, ist dieses einzigartige Modell Bedfordshire der Firma J.L. Mott Iron Works aus New York doch das mit Abstand berühmteste Urinal der Welt. Unter dem Namen Fountain (engl. Spingbrunnen aber auch Ursprung) stellte es der französische Künstler Marcel Duchamps, eine Ikone der frühen Konzeptkunst, 1917 im New Yorker Grand Central Palace aus. Beziehungsweise nicht aus. Das einfache, unbehandelte Stück, um 90 Grad gedreht und mit dem fiktiven Namen R. Mutt und der Jahreszahl beschriftet, war nämlich das einzige von etwa 2.500 Kunstwerken, welches bei der Ausstellung nicht gezeigt wurde - und dies, wo doch die Statuten der just zuvor gegründeten Society of Independent Artists eine komplette Freiheit von Zensur und die ultimative Freiheit und Souveränität des Künstlers proklamiert hatten.

Dies ist die Geburtsstunde des Readymade, des objet trouvé: Duchamps hatte die Society ausgetrickst und die erste Kunst gemacht, die schon gemacht war - und zwar nicht vom Künstler selbst. Dieser subversive Akt löste in der Folge grosse Diskussionen aus, das Objekt, seine Beschriftung und die Bedeutung Duchamps Handelns wurden vielfach und ausführlich interpretiert. Heutzutage herrscht zwar Einigkeit - zumindest in der Kunstwelt - darüber, dass das Readymade durch die Auswahl, Inszenierung, Verformung oder Benennung des Künstlers zum Kunstobjekt werden kann, es bedurfte jedoch eines einfachen, weissen Prozellanurinals um diese Veränderung in den vermeintlich kreativen, abstrakt denkenden Köpfen von 1917 auszulösen.

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8. Oktober 2009

myToilettendeckel

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Eingetragen von: Erneste Appell

In Zeiten, in denen ein jeder seinen eigenen Desktop-Hintergrund hat, eine individuelles iPhone-Täschchen oder eine eigene Google-Benutzeroberfläche, verwundert es - zumindest wenn man erst einmal darüber nachdenkt - dass wir nach wie vor unsere Toilettendeckel teilen. Und das nicht nur mit der Familie, sondern auch im Büro. Dies birgt natürlich gewisse hygienische Risiken und so entschloss sich der tschechische Designer Jan Ctvrtnik das Problem aus der Welt zu schaffen.

Seine Lösung heisst Toilet Pages und basiert auf der einfachen Idee, ausgesprochen dünne Toilettenringe gleich einem Ordnersystem übereinander zu stapeln und so kann ein jeder Benutzer seinen Ring nach seinen eigenen Bedürfnissen behandeln. In Anbetracht der Lage, dass "Fremdgehen" hinter geschlossener Toilettentüre kaum verhindert werden kann und die Hinterbliebenschaft des obersten Ferkels auf die unteren Ringe laufen dürfte, scheint die Idee doch eher komisch als wirklich erfolgsversprechend. Nichtsdestotrotz ist sie kreativ und verdient gerade darum Beachtung. Oder einen Preis bei Chindogu...

Jan Ctvrtnik

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23. August 2009

Objekt der Woche: OMVIVO Xploff

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Eingetragen von: Erneste Appell

Zum ersten Mal hat es eine Lampe geschafft, in diesem Blog zum Objekt der Woche gekürt zu werden. Sie heisst Xploff und kommt aus dem australischen Hause OMVIVO, sie ist wild und trotzdem einfach, bunt und gleichsam in den Farben dezent. Mit mehrheitlich milden, mattierten Farben wirft sie darum ein kunterbuntes Licht um sich . Und für die Individualismus-Fetischisten noch ein kleines Nice-to-know: Jedes Stück wird von Hand gefertigt und so werden die exakte Form und die verschiedenen Farben stets aufs neue zusammenkombiniert.

OMVIVO Xploff

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19. August 2009

Gerahmtes Schmuckstück

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Eingetragen von: Erneste Appell

Selten habe ich einen treffenderen Namen für eine Kollektion gesehen. Die von Maya Cohen für die Ceramica Althea geschaffene Outline Bijoux verfolgt die klare Idee, das Objekt selbst, mit all seinen gebräuchlichen, technischen Anforderungen so zu belassen, wie dies die Norm erfordert und den gestalterischen Anspruch als wortwörtlichen Rahmen zu interpretieren, welcher dementsprechend auch geschmückt werden darf. Eigenwillig im Design, auffällig und trotzdem einfach, ist dies sicherlich nicht die erste Wahl für das gewöhnliche Badezimmer und wie viele Schmuckstücke absolute Geschmacksache. Wer jedoch einen alltagstauglichen Hingucker sucht - here you are!

Ceramica Althea - Outline Bijoux

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24. Juli 2009

Das Chamäleon im Bad

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ein bunter Hund, ein Farbtupfer im Badezimmer - so präsentieren sich die Color-Produkte der neuen Kollektion von Savil rubinetterie. Zwar sind sowohl der reguläre Mixeraufsatz V (links im Bild) als auch der versenkte Wandmixer Flat (rechts im Bild) einklappbar und somit in ihrer Tarnfunktion mit dem Chamäleon vergleichbar. Doch während das interessante Naturprodukt seine Farbe aus demselben Grund wechselt, ist die bunt gestreifte Optik der Color-Produkte alles andere als unauffällig. Ebenso wie Hundertwasser vielen nicht gefällt, dürfte dies auch hier der Fall sein und daher sei die breite Masse an dieser Stelle beruhigt: Die Objekte gibt es selbstverständlich auch in schwarz, weiss und chromstahl, jeweils glänzend oder matt - alles wie gehabt.

Savil rubinetterie

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22. Juli 2009

Hygiene im Dschungel

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Eingetragen von: Erneste Appell

Sicherlich, die Dschungle-Toilette von Ceramica Cielo ist perfekt getarnt und einzigartig im Design. Und wer nicht an akuter Ophiophobie leidet, dem könnte der Sitz auf der Schlange sogar richtig gefallen. Viel mehr lässt sich dazu kaum sagen, ist die Idee doch eher lustig und auffallend denn wirklich kreativ und schön. Trotzdem: Ein absoluter Hingucker und perfekt für jede Exotikbar.

Ceramica Ciele SpA > Prodotti > Collezione Jungle

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18. Juni 2009

Wolken im Raum

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Eingetragen von: Erneste Appell

Bei der Einrichtung des Eigenheims kreativ zu werden ist garnicht so einfach. Sicherlich, jeder Punk bastelt sich seine Dinge zusammen und der dilettantische Imperfektionismus ist Teilziel der Aktion. Wer jedoch - was vermutlich auf der Grossteil der Leser hier zutrifft - eine gewisse Eleganz und Präzision in der Verarbeitung anstrebt, ist oft an den Markt gebunden. Zu gross ist die Zahl doppelt linker Hände im Zeitalter der Kopfmenschen. Und gerade im Badezimmer kommt die sanitär-technische Komponente zum Handwerklichen hinzu.

Umso mehr freut es mich deshalb, an dieser Stelle ein aussergewöhnliches Produkt vorzustellen, fernab aller Waschbecken, Toilettenschüsseln, Fliesen und Badewannen. Die Schöpfer, die international erfolgreichen Design-Brüder Ronan und Erwan Bouroullec aus Frankreich, haben in Zusammenarbeit mit der dänischen Kvadrat das Fliesensystem clouds entwickelt.  In diesem frei arrangierbaren System, insgesamt in zwei Arten und sieben Farbkombinationen erhältlich, wird dem Käufer freie Hand gelassen. Ob die clouds über Wand und Boden wuchern, bunt und willkürlich den Raum in Beschlag nehmen, oder ob lediglich eine kleine Ecke in kontrollierten Farben und Geometrien verziert wird ist einerlei. Mit einem einfachen Gummiband-Prinzip (siehe unten) wird der Kunde zum Gestalter und für das Badezimmer heisst es: Ob Sie Ihren Waschtisch umwolken, eine kleine Dekoration beim Eingang machen oder Ihre Badewanne in eine wohlig-weiche Höhle verwandeln, bleibt Ihnen überlassen.

Kvadrat clouds by Ronan and Erwan Bouroullec

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11. Mai 2009

Objekte der Woche: Individuelle Fliesenkunst aus Basel

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Eingetragen von: Erneste Appell

Bisazza machten es vor, viele Nachahmer kopierten es und mittlerweile bietet sogar IKEA ornamentalen Wandschmuck an, wenn auch als Plastikklebefolie. Tatsache ist, dass im Objekthaften aus Architektur und Design nach wie vor die klare Linie gesucht wird, die einfache, meist kubische Form, wohingegen in der Fläche dieses Dogma längst überwunden wurde und mittlerweile zieren öfters zu floralen Mustern gelaserte Metallbrüstungen die Fassade ambitionierter städtischer Wohnhäuser.

Wer nun seinem Bad einen expressiven Touch geben möchte, wird dies also des öfteren in Form einer speziellen Wandverkleidung erreichen können und die Schweizer Unternehmung TILETALE bietet hierbei spannenden Input. Inhaber und Künstler Bruno Bürgin bemalt jede Fliese von Hand. In verschiedenen Grössen sind so Muster aller Art erhältlich - meist tragen diese den Namen grosser Weltstädte und sind eher als formale Spielereien denn als erkennbare Bilder zu interpretieren. Vor allem die ruhigeren, farblich dezenteren darunter, wie etwa die oben abgebildete Fliese Berlin, überzeugen. Wer dagegen eine lebendig-bunte Atmosphäre sucht, kann durch wildes Zusammenwürfeln verschiedener Fliesen einen Hauch von Gaudi und Hundertwasser in sein Badezimmer bringen.

TILETALE

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21. März 2009

Schön warm

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Eingetragen von: Erneste Appell

Sicher, es gibt hässlichere Heizungen und schönere Heizungen und wer keine Fussbodenheizung hat, wird eine im Badezimmer brauchen - schliesslich ist nichts unangenehmer am Morgen als ein kaltes Bad. Dass der französische Künstler und Designer Johanne Cinier sein Talent in die Herstellung aussergewöhnlicher Heizkörper steckt, ist eine wahre Freude. Von plastischen Heizskulpturen bis zu gemäldeartigen Unikaten der Collection Pièces Uniques gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl und auch wenn eigentlich alle der Stücke vom heutigen Standpunkt aus keine künstlerischen Innovationen darstellen, so sind sie doch die wohl hübschesten Heizkörper der Welt...

CINIER radiateurs contemporains

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1. Februar 2009

Die Rückkehr der kleinen Steinchen

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Eingetragen von: Erneste Appell

 

Bisazza, ein italienischer Fliesenproduzent aus dem Luxussegment mit einem Faible für Mosaike und mein persönlicher Favorit in diesem Bereich, erlaubt derweil einen Blick in die Collecioni 2009. Offensichtlich fährt Bisazza dabei auf dem in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg fort und treibt die Renaissance von verspielten Formen, floralen Mustern, intensiver Farbigkeit und strukturellen Mosaiken voran. Was will man da noch sagen? Anschauen, rumstöbern, zuschlagen!

 

BISAZZA Mosaik

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