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23. Juni 2010

Luxus ohne Arbeit

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Eingetragen von: Erneste Appell

Vor gut einem Jahr hat Geberit die AquaClean-Linie ins Leben gerufen, welche der im asiatischen Raum allgegenwärtigen und in europäischen Landen Seltenheitswert besitzenden Duschtoilette (aka Washlet) zum Durchbruch verhelfen sollte. Kulturelle Berührungsängste gegenüber diesen mit Wasser reinigenden Toiletten sind wohl nach wie vor vorhanden, alle anderen Probleme sind aber mittlerweile gelöst.

Von Anfang an gab es die Komplettanlagen (siehe hier) und den Aufsatz zur Nachrüstung (siehe hier). Bei beiden Varianten war jedoch meist ein Eingriff in die Bausubstanz von Nöten, um die oft benötigte Wasserzuleitung zu verlegen - vorausgesetzt, man wollte kein hässliches Rohr mitten im Badezimmer. Um diese Kosten zu umgehen und trotzdem zu einem befriedigenden ästhetischen Ergebnis zu gelangen, hat Geberit nun die AquaClean Designplatte präsentiert.

Bei Komplettanlagen zweiteilig (siehe oben), bei Aufsätzen einteilig (siehe unten), ist das Prinzip stets, die Leitungen in der aufgesetzten jedoch schmalen Platte unsichtbar dorthin zu führen, wo es ihrer bedarf. Mit integrierter Betätigungsplatte für die Zweimengenspülung wird somit eine in sich kompakte, elegante Zone für die Duschtoilette geschaffen, welche unnötige Bauarbeiten (und -kosten) vermeidet.

Geberit AquaClean Designplatte

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5. Juni 2010

Objekte der Woche: OTTOCENTO&TOSCANA

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Eingetragen von: Erneste Appell

Handwerk als Basis einer glücklichen, unbeschleunigten Vergangenheit fasziniert seit Anbeginn der Industrialisierung und nicht umsonst lassen sich viele Vermögende zu horrenden Preisen ihre modernen Stahl-Glas-Beton-Paläste punktuell mit Antiquitäten bestücken, deren Zustand bewusst roh ist und als Kontrast dienen soll. Derartige Strategien sind legitim und wer ähnliches für sein Badezimmer im Sinn hat, ohne in London um den Nachlass von Louis XIV. höchstpersönlich bieten zu müssen, dem sei ein Blick auf die Homepage von Bianchini & Capponi nahegelegt.

Die LINEA OTTOCENTO&TOSCANA beispielweise verschreibt sich dem tuskischen Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts, arbeitet mit dunklen Pappel- und Ulmenhölzern, welche auch in Honig oder Natur gekalkt erhältlich sind und mit der besonders hochwertigen weil gleichmässigen Carrara-Sorte Pisanino vollendet werden. Diese Stücke, bei welchen bewusst bejährtes Holz mit Wurmfrass und leichten Farbunterschieden verwendet wird, meistern daher den Balanceakt zwischen perfektem Handwerk und einem antiken Gefühl von Beginn weg.

Bianchini & Capponi LINEA OTTOCENTO&TOSCANA

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2. Mai 2010

How about some bamboo?

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Eingetragen von: Erneste Appell

Kengo Kuma, japanische Architekturlegende und Visionär, verwendete bei der Neugestaltung des Ginzan Onsen Fujiya Hotels (Onsen sind berühmte japanische Heisswasser-Quellen - siehe hier) in den Bädern weder Keramik noch Stahl oder Corian. Stattdessen kamen geschlitzte Bambus-Paneele und Hiba-Holz zum Einsatz. Das Ergebnis dieser Bäder ist einzigartig, typisch japanisch reduziert und doch durch die Materialität unglaublich warm. Kein Standardprodukt aber für den ambitionierten Heimgestalter sicherlich ein spannender Input. 

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13. April 2010

On présente la reprise!

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Eingetragen von: Erneste Appell

Reprise kommt aus dem Französischen und bedeutet Wiederaufnahme, Rückgriff, Wiederholung. Mit der blossen Übersetzung als Wiederholung wird man der Kollektion von Sottini jedoch nicht gerecht. Zwar orientiert sich diese an der Edwardian Era, die die britische Kulturgeschichte von der Thronbesteigung Eduard VII. 1901 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 umfasst, doch wurden die Charakteristika dieser grob mit der französischen Belle Époque oder dem deutschen Jugendstil gleichzusetzenden Zeit - namentlich historisierende Verwendung vornehmlich Barocker Motivik - vereinfacht, neu interpretiert und in schlichter, kräftiger Form reinszeniert. Selbstverständlich in modernem Weiss.

Sottini Reprise Rond bath

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23. März 2010

Inspiration mal anders

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Eingetragen von: Erneste Appell

Dass der Inspirationsprozess in der Industriegestaltung meist den Weg vom Grossen zum Kleinen nimmt, liegt wohl in der Natur der Sache und so stehen meist architektonische Baukörper oder Naturerscheinungen Pate beim formalen Konzept von Waschbecken, Badewanne und dergleichen. Für einmal nahm der Weg nun die umgekehrte Richtung:

Beim Laufenforum, dem im bernischen Laufen (Schweiz) gelegenen Haupsitz der gleichnamigen Firma, entwickelten die Basler Architekten Nissen & Wentzlaff aus der Grundform eines Waschbeckens von Ludovica und Roberto Palomba einen organischen Baukörper, der als Markenarchitektur konzipiert ist und Raum für Seminare, Events, einen Showroom und Probebäder bietet - und in letzteren darf tatsächlich gebadet werden.

Erst wenn man das Objekt mit dem von der klassischen Toilettenschüssel inspirierten Wohnhaus des koreanischen Sanitärriesen Sim Jae-Duck vergleicht (siehe hier), wird ersichtlich, wie gelungen das Projekt ist und wie weit es ein Waschbecken bringen kann...

Laufenforum

Nissen Wentzlaff Architekten

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19. März 2010

Moderne Interpretationen

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Eingetragen von: Erneste Appell

Betrachtet man die Architekturgeschichte, so sind klare Tendenzen der Proportionen auszumachen. Im Zeitalter der Gotik beispielsweise strebte die Baumasse - vor allem bei Sakralbauten - in die Höhe. Demgegenüber inszenierte sich die frühe Moderne in weisser Horizontalität. Was zeitgleich und im Anschluss im Städtischen folgte, waren die Hochhäuser, wiederum vertikal dominiert und nicht umsonst als Kathedralen der Wirtschaft bezeichnet.

Derartige Tendenzen sind natürlich mit dem immer wiederkehrenden Pendeln zwischen Purismus und Opulenz vergleichbar und gleichermassen im Produktdesign oder in der Mode auszumachen. In früheren Zeiten beispielsweise waren Badewannen zumeist kurz, dafür höher - mehr Sitzbottich denn Liegewanne - und mit einer erhöhten Lehne ausgestattet, die dem Objekt eine klare Orientierung verlieh. Dieser geschichtliche Kontext wurde nun von victoria+albert aufgenommen und mit der Badewanne Amalfi gekonnt reinterpretiert. In zeitgenössische Formensprache wurde dabei ein Objekt von aussergewöhnlicher Präzision geschaffen, hochwertig verarbeitet und von erfrischender Eleganz.

victoria+albert Amalfi

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6. März 2010

Man muss kein Sultan sein...

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Eingetragen von: Erneste Appell

Hamam, der orientalische Dampfbad-Kult, findet zunehmend seine Verbreitung im europäischen Raum. Die Grundidee, Reinigung und Entspannung zu finden, ist in unserer immer körperbewussteren und wellnessaffinen Gesellschaft absolut aktuell. Dies gepaart mit exotischem Flair und speziellen Ritualen (mehr Informationen hier) macht das Hamam besonders interessant. War man am Wochenende darin, gibt es etwas zu berichten, ganz im Gegensatz zur schon fast langweilig gewordenen finnischen Sauna.

Wer nun gar zu wenig Zeit hat oder den öffentlichen Charakter derartiger Einrichtungen nicht schätzt, kann sich dank des Saunaherstellers Effegibi nun sein privates Hamam einrichten. Je nach Grösse lässt sich der dafür vorgesehene Raum mit einem Isolationssystem abdichten, dann kommt der Dampfgenerator mit elektronischem Kontrollpanel, Dampfdüsen und speziellen Deckenlichtern für Lichttherapie (optional) und am Ende Waschbecken und Schale aus Teakholz oder Kunstharz (weiss, grün oder bernsteinfarben).

Da das Ganze eine Systemlösung ist, bleibt es übrigens Ihnen überlassen, ob Sie sich eine kleine Hamam-Box bauen und auf den modern-farbigen Kunstharz setzen (siehe oben) oder einen ganzen Raum zum Hamam machen und Mosaike und Holz verwenden (siehe unten).

Effegibi Hamam

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20. Februar 2010

Objekt(e) der Woche: TOTS

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Eingetragen von: Erneste Appell

Gewaltige Kathedralen, Paläste und Villen in Ehren aber spätestens seit der sozialen Agenda der Moderne ist klar, dass der zeitenössische Gestalter - sei es nun ein Architekt oder ein Designer - für sämtliche Mitglieder der Gesellschaft sinnvoll Raum und Alltag zu formen hat. Dessen bewusst hat sich das AIA studio Salazar ǀ Navarro Architects im Auftrag von ALTRO daran gemacht, ein modulares System zu entwickeln, welches im Badezimmer alle Bedürfnisse abdeckt, die verschieden Menschen haben können. In den Einheitsbreiten von 40 und 80 Zentimetern kann so ein ausklappbarer Wickeltisch nachgerüstet werden, welcher später durch ein zweites Waschbecken, einen integrierten Müll oder eine behindertengerechte Toilette ersetzt wird. 

Sicherlich stehen beim Projekt TOTS die körperlich eingeschränkten Menschen - Behinderte, Altersschwache, Schwangere und Kleinkinder - im Vordergrund. Doch mit der These, dass in heutigen Zeiten der unvorhersehbaren Haushaltsentwicklung das Badezimmer als anpassbarer Raum funktionieren könnte, was auch für junge und gesunde Menschen von Vorteil sein würde, liegt das Projekt goldrichtig in seiner Verantwortlichkeit gegenüber dem Menschen. Im Gegensatz zu klassischen Produkten für Behinderte liegt hier also ein Produkt für alle vor und auch wenn die Gestaltung etwas gar technoid wirkt und leicht an eine - zwar schöne und grosse - Flugzeugtoilette erinnert, so überzeugt es doch durch seine konzeptuelle und formale Einfachheit verbunden mit vielen technischen Details.

ALTRO TOTS

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14. Februar 2010

Die Waschinsel

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Eingetragen von: Erneste Appell

Die Kochinsel als freistehender Block, rundherum begehbares Objekt und Ausdruck geräumigen Luxus fehlt in kaum einem Neubau für gehobene Ansprüche und erst recht in keinem Wohndesign-Magazin. In Anbetracht dieser Tatsache hat es erstaunlich lang gedauert, bis die Idee entstand, das Konzept auch im Badezimmer einzuführen. Getan hat dies die italienische INDA mit den Waschplatz-Halbinseln. Die schönste ist wohl die T108, welche neben massiven Spiegeln, die als Blöcke auf dem Block in Erscheinung treten, durch punktsymmetrisch angeordnete Waschbecken überzeugt. Diese sind in formaler Spannung zwischen rund und eckig gehalten und in der Fläche versunken treten sie gleichsam aus ihr heraus.

Fazit: Für Loftwohnungen kinderloser Doppelverdiener und andere geräumige Wohnkonzepte ein absoluter Topshot, ansonsten schlichtweg zu gross.

INDA > möbel > Inseln

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31. Dezember 2009

Klassisch auf der Toilette

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Eingetragen von: Erneste Appell

Gegen Ende des Jahres schaut man gerne zurück, denn nicht zuletzt ist der Blick auf die Geschichte eine unerschöpfliche Ansammlung von Erfahrungen, Geschehnissen und Dingen aus denen der moderne Mensch lernen kann - wenn er die Zeichen seiner Zeit nur zu deuten vermag. Und ebenso nostalgisch, wie so mancher auf seine eigene Vergangenheit blickt, fühlt er bezüglich den Gegenständen des Alltags. Nicht von ungefähr sind Altbauwohnungen mit Stuckdecken, alte in Handwerkstradition hergestellte Esstische aus Holz und vieles mehr sehr beliebt auf dem Markt. Doch zurück ins Badezimmer:

Waschtische im Retro-Stil gibt es zur Genüge. Und die Rede ist hier nicht von an die 70er angelehntem Design sondern von Waschbecken, wie sie im vorletzten Jahrhundert in gutbürgerlichen Kreisen aussahen. Dass fast kein Hersteller sich die Mühe macht, die entsprechende Toilette dazu zu gestalten, erstaunt. Einer hat es jedoch gemacht und der heisst Simas. Das Produkt nennt sich ohne jeden Sinnbezug Arcade. Ein schönes Wort immerhin. Und nebst der Toilette vor allem auch ein schöner Deckel aus dunklem, warmem Holz.

Und wenn auch Sie die wandhängige Variante im Nostalgia-Look befremdlich finden seien Sie beruhigt, es gibt auch die gute alte Standtoilette (siehe unten).

Simas > Collections > Classic > Arcade

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