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9. Juli 2010

Objekte der Woche: Elidur GRACE

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Eingetragen von: Erneste Appell

Reduktion, Purismus, Minimalismus, Askese, zurückhaltende Eleganz, Kontrolle. Dies sind nur ein paar Schlagworte, die ungefähr umreissen, was der herkömmliche Industriedesigner heutzutage produziert. Ohne diese durchaus reizvolle Schlichtheit kritisieren zu wollen, ist es doch offensichtlich, dass die hier vorliegende Kollektion GRACE aus dem Hause Elidur einen anderen Kurs einschlägt - man vergleiche etwa mit den gestern vorgestellten Stücken...

Der Londoner Designer Kelly Hyatt strebte bei seinem Entwurf eine lebendige Leichtigkeit ein. Leicht aufgrund der dominierenden Transparenz von sandgestrahltem Glas und lebendig aufgrund der Grafikdruckmotive - feingliedrige Libellen, Blumen, Blätter (siehe unten). Und alles in einer erfrischenden Farbigkeit, die knallige Töne verwendet, ohne in eine penetrante Richtung abzugleiten. Ein gelungener Drahtseilakt!

Sicherlich nicht jedermanns Sache, sondern etwas für den naturverbundenen Städter von heute - lebensbajahend, verspielt und technisch anspruchsvoll.

Elidur GRACE

Bewertung: 3.7 von 3 Benutzern

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11. September 2009

Absurd und schön

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Eingetragen von: Erneste Appell

Fraglos, das Waschbecken FOLLO von WMD besticht durch seine Schönheit. Der klare Schwarz-Weiss-Kontrast, die sanft geschwungene Form, welche durch die Rillen optisch verstärkt wird - dies alles passt perfekt zusammen. Auch dass die Form das Spritzen des Wassers reduzieren soll, kann man sich noch vorstellen. Doch beim Abflusssystem (unten abgebildet) handelt es sich laut Designer Will MacCormac um eine effiziente Lösung, die zu weniger stehendem Wasser und daher einer höheren Hygiene führt. Die vergrösserte Oberfläche und die schmalen Rillen dürften das Putzen jedoch so erschweren, dass dieser Hygienevorteil mehr als wettgemacht wird. Sei's drum: Wer Schönes haben will soll leiden.

FOLLO by WMD

Bewertung: 3.5 von 2 Benutzern

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29. September 2008

Baden wie der Sonnenkönig

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Eingetragen von: Erneste Appell

Bekanntlich hat der wohl absolutistischste Herrscher aller Zeiten, Louis XIV., selbst für damalige Zeiten ungenügende Anstrengungen der Körperhygiene unternommen. Statt zu baden liess er sich einfach mit Parfum abreiben. Doch die wenigen Male, wo die königliche Haut mit Wasser in Berührung kam, fanden in einer der obigen Badewanne ähnlichen statt. Man mag es ewiggestrig oder nostalgisch nennen, retro womöglich, in jedem Fall aber hat die befusste Standwanne noch nicht ihr letztes Wörtchen im Designalltag gesprochen.

Das hier abgebildete Modell "D'amore" aus der Rolltop-Serie des englischen Herstellers mit italienischem Namen, Sottini, präsentiert sich denn auch klassisch von Kopf bis Fuss. Eine stählerne Vorhanghalterung, weisses Porzellan, klassiche Armaturen, ein aussen mattierter, farbiger Wannenkörper und mettalische Füsse - und fertig ist die Wanne à Luis. Heutzutage sogar mit fliessend-warmem Wasser. Einziger Nachteil: Im Gegensatz zu den modernisierten Wannen (etwa von AQHayon) haben die Sottini-Objekte ein authentisch-betagtes Flair und sind somit wesentlich komplizierter in ein modernes Badezimmer zu integrieren. Doch ein wenig Behutsamkeit und formales Gespür und der Hingucker ist garantiert!

Sottini

Bewertung: 3.5 von 4 Benutzern

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