Seit Monaten werden an dieser Stelle Badewannen, Duschen, Waschbecken und Toiletten vorgestellt und stets dabei das Design in Vordergrund. Zeit also, einmal den Blick hinter die Kulissen zu wagen, denn dass wir heute über ein perfektes Netz von hygienischen Sanitäranlagen verfügen, ist keine Selbstverständlichkeit.
Zwar sollen erste Abortanlagen schon 2800 v. Chr. in Mesopotamien bestanden haben und auch der Prototyp der Abwasserleitung, die Cloaka Maxima im antiken Rom, wurde bereits im 6. Jhdt. v. Chr. erstellt. Der geistige Rückschritt im Mittelalter hatte natürlich auch hier seinen Einfluss und so kehrte man zurück zu Donnerbalken und später wurde eine kleine Holzhütte darum gebaut - fertig war das Plumpsklo. Zu dieser Zeit wusch man sich im Bottich mit dem gleichen Wasser wie der Rest der Familie.
Was auf dem Land problemlos blieb, entwickelte sich in den Städten zunehmend zum Problem, welches durch die von der Industrialisierung verursachte Bevölkerungszunahme die Untragbarkeit erreichte. Die natürlichen Gewässer waren von den riesigen Abwassermengen aus den Städten überfordert, die biologische Selbstreinigung reichte nicht mehr aus und so wurden 1842 in Hamburg und 1856 in Paris die ersten zentralen Anlagen zur Abwasserableitung und -reinigung gebaut. In der Folgezeit wurde das eigentlich schon 1596 in England erfundene Wasserklosett wieder häufiger eingebaut, konnte jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg flächendeckend den Nachttopf verdrängen.
Den Rest der Geschichte kennen wir, Babyboomer-Generation, das Erstarken der Mittelklasse und damit einhergehend eine grosse Nachfrage nach Gestaltung im Badezimmer, welche das Badezimmer vom Ort der Reinigung und hygienischen Bedürfnisbefriedigung zu einem der wichtigsten Räume im Haus machen. Hier wird man wach, hier richtet man sich für die Nacht und auch wenn Schönheit von innen kommt, so wird sie doch im Bad "gemacht".