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26. Juli 2010

Männlich die Zweite

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Eingetragen von: Erneste Appell

Letzte Woche haben wir den Ferrari der Wasserhähne vorgestellt, ein schreiender Muskelprotz mit aggressiver Formensprache. Dass Männlichkeit auch anders aussehen kann, zeigt hingegen die Kollektion George von Falper. Als Gegenstück zu Coco (siehe hier) sind hier neben dunkleren Farben auch kräftigere Dimensionen verwendet worden (etwa bei der Schublade). Die Zutaten für den erhabenen Stil bleiben hingegen erhalten: Elegant im schwarz-weiss-Kontrast, eine Mischung aus Glanz und Mattheit, hochwertige Materialien und eine Gitterstruktur (bei George nicht orthogonal verlaufend sondern eher an Fibonacci-Muster von Sonnenblumen erinnernd).

Ganz günstig sind die Stücke nicht und schliesslich sehen sie auch nicht danach aus. Auch braucht man schon fast eine schlossartige Umgebung, damit sie wirklich zur Geltung kommen. Für die neue Villa mit offenem Grundriss und in den Wohnraum fliessendem Badezimmer bestens geeignet, den Nostalgie-Chic ohne Antiquitäten zu produzieren, ist George für das gewöhnliche Badezimmer eher nichts...

Falper George

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22. Juli 2010

Objekt der Woche: Belvedere

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Eingetragen von: Erneste Appell

"bel vedere" ist Italienisch und heisst "schöne Aussicht". Doch während dieser Begriff über Jahrhunderte für Schlösser, Paläste und Jagdgüter verwendet wurde, was die Gestaltung einer nostalgischen Kollektion unter diesem Namen vermuten liesse, trägt ihn nun eine streng moderne Kollektion aus dem Hause FANTINI. Die polygonal verwinkelte Formensprache, die an den berühmten Tarnkappenbomber F-117 Nighthawk erinnert, ist alles andere als schlicht und elegant. Mit männlichem Gebrüll wird hier um Aufmerksamkeit gebuhlt. Der Schlachtruf lautet "Schau mich an, wie schön ich aussehe." und insofern sind wir trotzdem nicht allzu weit weg von den Adelssitzen der alten Zeiten.

Das kantige Stück gibt es übrigens mit einer Stange als Steuerelement (siehe rechts) oder einer Platte aus Glas (siehe links) oder Chromstahl.

FANTINI belvedere

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20. Juli 2010

Copy-Paste

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Eingetragen von: Erneste Appell

Gut kopiert ist halb gewonnen. Ob in der Musik, in der Architektur, bei Marketingstrategien oder eben im Industriedesign - dies ist keine billige Wahrheit sondern die Anerkennung der Tatsache, dass nicht jeder Gestalter die Welt neu erfinden kann und muss

Im vorliegenden Fall des Waschtischs MIES von ex.t ist der Fall klar: Die dünne Marmorplatte greift das Materialfaible vom letzten Bauhaus-Direktor, Mies van der Rohe, auf und beruhigt die sonst eher kantige Formensprache mit leichten Rundungen. Ebenso wird für die Stützen und die Handtuchablage runder Stahl - statt Vierkantprofilen - verwendet. Das Resultat ist durch die geringen Dimensionen äusserst schlank, wirkt leicht und frisch. Perfekt im Bad.

ex.t MIES

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18. Juli 2010

Objekt der Woche: EVENdesign ORA

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Eingetragen von: Erneste Appell

Manchmal wirken Objekte des Industriedesigns so einfach und skulptural, dass man ihnen die Last der Funktion nehmen möchte, um die reine Form zu erhalten. So gesehen bedarf es ein wenig Vorstellungsvermögen, um den metallenen Anschluss an der Unterseite des Waschbeckens ORA von EVENdesign auszublenden. Im Kontrast zum dünnwandigen, sanft geschwungenen und strahlend weissen Rest ist dieser doch kaum anders als eine klobige Röhre anzusehen. Aber wer weiss, vielleicht weckt dies ja den kreativen Eigenwerker und Klempter in manchem Leser oder ein weisser Lack könnte weiterhelfen!?

EVENdesign

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16. Juli 2010

Rosaskurril

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Eingetragen von: Erneste Appell

Ich würde nicht so weit gehen, die amarcord-Kollektion von EUROLEGNO schön zu nennen. Aber erstens ist das Geschmacksache und zweitens sind schön und hässlich auch reichlich undifferenzierte Kriterien, um ernsthaft über Design zu sprechen. Klar ist, vor allem in Rosa fällt der Schminktisch auf. Die spitzen jedoch stämmigen Beine, welche fast tierisch anmuten, sind nur vorne angebracht und so ergibt sich bei den wandverschraubten Stücken ein fast verstörendes Spiel mit dem Gleichgewicht. Doch damit nicht genug, wurden doch noch drei grosse, rosenförmige Knäufe montiert, welche der dreiteilig gegliederten Komposition endgültig das Aussehen eines Comic-Gesichts mit Augen und Nase geben.

Wie gesagt, schön ist vielleicht was anderes aber als Ausgangspunkt für eine hitzige Diskussion oder als Eyecatcher für exzentrische Badezimmer mit Hang zum Kitsch, sind die Amarcord-Objekte allemal gut. In diesem Sinne ist auch von gemässigteren Farbtönen abzuraten (siehe unten).

EUROLEGNO > menu > collections > armacord

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14. Juli 2010

Transparenz

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Eingetragen von: Erneste Appell

Nein, es geht hier nicht um physische Transparenz sondern um eine Transparenz der Konzeption. Klar stellt der Wasserhahn e.Tap von Equa zur Schau, wo das Wasser fliesst und welcher Teil des Objekts für die technologisch ausgefeilte Steuerung zuständig ist. Per Knopfdruck ergiesst sich so das aufs Grad genau temperierte Wasser aus der schmalen Wasserleitung, die in glänzendem Chromstahl oder braun und schwarz mattiert erhältlich ist.

Equa e.Tap

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13. Juli 2010

Mythen des Badezimmers

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Eingetragen von: Erneste Appell

Frauen haben bekanntlich mehrere hundert Cremes, Shampoos, Lotionen und Instrumente um an Augenbrauen, Fingernägeln und zahllosen anderen Stellen ihres Körpers zu arbeiten. Und auch der heutige Mann hat die Angst vor Pflegeprodukten als Ausdruck versteckter Homosexualität abgelegt und macht eifrig mit.

Soweit das in der Öffentlichkeit häufig gezeichnete Bild. Doch häufig ist dem nicht so und es bedarf nur einer guten Hand voll Produkte, welche durchaus elegant auf dem Waschtisch drapiert werden können. Der grossartige Stauraum im aufgedickten Spiegel (= Spiegelschrank) verkommt so des öfteren zu einem Sammelsurium von Hotelshampoos und Mustern, die am Ende bloss weggeschmissen werden.

In diesem Sinne diszipliniert die neue Spiegelkollektion von EMCO den Benutzer, Ordnung zu halten. Denn den Spiegelschrank gibt es nicht mehr, dafür ein lupenreines Spiegelkonzept, mit eingearbeitetem Schminkspiegel (siehe oben), indirektem und separat aktivierbarem Licht (siehe unten). Und die neu gewonnene Schlankheit der Objekte spricht fraglos für sich.

EMCO Spiegel

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9. Juli 2010

Objekte der Woche: Elidur GRACE

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Eingetragen von: Erneste Appell

Reduktion, Purismus, Minimalismus, Askese, zurückhaltende Eleganz, Kontrolle. Dies sind nur ein paar Schlagworte, die ungefähr umreissen, was der herkömmliche Industriedesigner heutzutage produziert. Ohne diese durchaus reizvolle Schlichtheit kritisieren zu wollen, ist es doch offensichtlich, dass die hier vorliegende Kollektion GRACE aus dem Hause Elidur einen anderen Kurs einschlägt - man vergleiche etwa mit den gestern vorgestellten Stücken...

Der Londoner Designer Kelly Hyatt strebte bei seinem Entwurf eine lebendige Leichtigkeit ein. Leicht aufgrund der dominierenden Transparenz von sandgestrahltem Glas und lebendig aufgrund der Grafikdruckmotive - feingliedrige Libellen, Blumen, Blätter (siehe unten). Und alles in einer erfrischenden Farbigkeit, die knallige Töne verwendet, ohne in eine penetrante Richtung abzugleiten. Ein gelungener Drahtseilakt!

Sicherlich nicht jedermanns Sache, sondern etwas für den naturverbundenen Städter von heute - lebensbajahend, verspielt und technisch anspruchsvoll.

Elidur GRACE

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7. Juli 2010

X-Large

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Eingetragen von: Erneste Appell

Zugegeben, der Ansatz, eine Serie von Badezimmermöbeln auf der offensichtlichen Tatsache des Bedarfs nach Stauraum aufzubauen, ist nicht sonderlich kreativ. Doch wieso nicht die Dinge beim Namen nennen? In der Serie X-Large von Duravit ist genau dies geschehen und die kubisch reduzierte Formensprache lässt nicht unbedingt erahnen, dass die grossen Kisten, die das Bild dominieren, eine kleinteiliges und geschickt organisiertes Innenleben haben. Simpel, einfach, im Metallfinish oder verschiedenen Hölzern erhältlich gibt es hier elegante Stücke ohne Effekthascherei. Und vor allem die auch mit Rollen erhältliche Sitzkiste (siehe unten) ist äusserst praktisch.

Duravit X-Large

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2. Juli 2010

Dickwandig und rund die Zweite

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Eingetragen von: Erneste Appell

Passend zu den Objekten der Woche (siehe unten) ein weiteres weisses, rundes und verhältnismässig kräftiges Objekt: Das Waschbecken Degas von Disegno Ceramica. Als frei stehendes Becken, einer Schale gleich, ist dies eine äusserst platzsparende und dennoch elegante Lösung.

Disegno Ceramica Degas

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